Allgemeines
Agility oder Geschicklichkeit ist ein Hundesport, bei dem der Hund möglichst schnell und geschickt einen Hindernissparcour durchläuft.
Geschichte
Agility, zu deutsch Behendigkeit, Gewandtheit, ist eine aus England stammende Hundesportart.
Im Jahre 1977 wurden diese Übungen zum ersten mal während der „Crufts dog show“, der grössten Hundeshow Europas, vorgeführt.
Damals zeigten englische Dienst- und Polizeihunde ihr Können auf einem dem Pferdesport nachempfundenen Hindernisparcours.
Diese Vorführung war ein großer Erfolg und bereits im Jahre 1978 haben sich in England zum ersten Mal zwei Teams in einem echten
Agilitywettkampf gemessen. Doch auch außerhalb von England wurde dieser Hundesport von Hundeliebhabern mit großer Begeisterung
begrüsst.
1988 wurde Agility ertsmals im deutschsprachigen Raum als neue Hundesportart vorgestellt. Seitdem hat diese Sportart sich zu einem
vollwertigen Sport mit Wettkämpfen entwickelt, an denen zahlreiche Hunde in verschiedenen Klassen teilnehmen.
Mittlerweise sind für diesen Sport verschiedene Regeln aufgestellt worden.
Agility ist eine Hundesportart, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut und frei übersetzt "Behändigkeit" bedeutet.
Diese Sportart wird von Mensch und Hund gemeinsam als Team betrieben.
Die Aufgabe besteht darin, einen vorgegebenen Parcours aus Sprüngen und anderen Hindernissen wie Reifen, Tunnel und
Wippe fehlerfrei und schnellstmöglich zu bewältigen. Der Hund setzt seine Geschicklichkeit und Schnelligkeit im
Team ein, der Mensch unterstützt seinen Teamkameraden mittels verbalen Hörzeichen, korrekten Handzeichen und der
eingesetzten Körpersprache. Die Kraft und Schnelligkeit des Hundes sind in dieser Sportart der Technik, Harmonie und
Präzisionsarbeit innerhalb des Teams untergeordnet. Von daher kann man durchaus von Chancengleichheit für alle Betreiber
dieser Sportart sprechen. Ob Mann oder Frau, jung oder auch schon älter, jedes Team hat die gleichen Chancen auf Erfolg.
Agility ist mit jedem Rasse- oder Mischlingshund, egal ob groß oder klein, möglich.
Die Agility-Geräte
Kontaktzonengeräte
Unter den Kontaktzonengeräten versteht man die Geräte Steg, A-Wand und Wippe.
Neben dem schnellen überwinden dieser Hindernisse geht es hierbei in erster Linie um Genauigkeit. Der Hund
muss jeweils am Hindernisaufgang und am Hindernisabgang eine entsprechende Kontaktzone mit mindestens
einer Pfote berühren. Bei einem Fehler erhält das Agility-Team 5 Parcoursfehler angerechnet. Dies ist
gleichbedeutend mit 5 Sekunden... was schwer aufzuholen ist und im Vergleich zu einem fehlerfreien, aber langsameren Lauf den Sieg in weite Ferne
Sprunghindernisse
Bei den Sprunghindernissen gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Sprüngen. So reichen die Varianten von
einfachen Sprunghindernissen mit einer Stange über geschlossene Hindernisse (Mauer/Viadukt) sowie den
Reifen (Pneu) oder den Weitsprung, bei dem es wie es der Name schon sagt mehr um die Weite (bis zu 1,50m)
als um die Höhe geht. Bei einem Fehler (Stangenabwurf) werden wie bei den Fehlern an den
Kontaktzonengeräten 5 Parcoursfehler angerechnet.
Tunnel & Sacktunnel
Der (feste) Röhrentunnel hat einen Durchmesser von 60 cm und eine Länge von 3,60 m bis 6,00 m.
Des weiteren gibt es den Sacktunnel, der über ein festen Eingang verfügt und dann in ein Stoffteil übergeht.
Hier gilt es für den Hund, seine Vorsicht gegenüber Uneinsehbarem zu überwinden.
Slalom & Tisch
Beim Slalom hat der Hund bis zu zwölf Stangen im Abstand von 60 cm abwechselnd zu passieren.
Die erste Stange muss der Hund auf der rechten Seite passieren.
Der Tisch ist im Parcours die einzige Ruhezone, auf der der Hund für 5 Sekunden verweilen muss.
Eine besondere Position für diese Zeit ist nicht vorgegeben.
Der A-Lauf
Der A-Lauf ist ausschlaggebend für die entsprechende Prüfungsstufe des Hundes.
Ein mehrmaliges, erfolgreiches Abschneiden in diesem Lauf ist Voraussetzung
für den Aufstieg in die nächst höhere Klasse. Im A-Lauf können alle Geräte
(inkl. Kontaktzonengeräte) vorkommen. Insgesamt bis zu 20 Einzelhindernisse.
In der Prüfungsstufe A0 fehlen aber Slalom, Reifen & Wippe.
Der Jumping
Der Jumping (Spiel) ist nur in Verbindung einer so genannten Kombi-Wertung für den Sieg
in einer Prüfungsklasse ausschlaggebend. Er verzichtet im Gegensatz zum A-Lauf auf alle Kontaktzonengeräte.
Zumeist sind die schnellsten Hunde im Feld auch dort auf den vorderen Plätzen zu finden.
Auf manchen Turnieren oder bei Ausscheidungsturnieren wird er als zweiter Wertungslauf genutzt.
Für einen Aufstieg in die nächst höhere Prüfungsklasse ist er zumeist nicht relevant.
Schwierigkeitsstufen
Im Agility gibt es 3 offizielle Prüfungsklassen (A1-A3). Diese Klassen unterscheiden sich zum einen in der Schwierigkeit des gestellten Parcours.
Zum anderen wird mit schwierigerer Prüfungsklasse die Soll-Zeit, in der der Parcours zu absolvieren ist, immer geringer. Somit zählt mit zunehmender
Schwierigkeit auch zunehmend die Schnelligkeit. Um von einer Klasse in die nächst höhere zu gelangen, ist es erforderlich, dass das Agility-Team
mindestens 5 Mal mit der Bewertung V0 abgeschnitten hat oder mindestens 3 Mal mit der Bewertung V0 auf dem Podium gelandet ist.
Unterteilung in Large, Medium & Small
Damit Agility eine Chancengleichheit auch für die unterschiedlichen Hunderassen und -größen bietet wurden drei unterschiedliche Größenklassen
eingeführt. Large/Standard/Maxi (ab einer Schulterhöhe von 43 cm), Medium/Midi (ab einer Schulterhöhe von 35 cm bis 42,99 cm) und
Small/Mini (bis zu einer Schulterhöhe bis 34,99 cm)
Weitere Klassen
Neben den offiziellen Prüfungsklassen gibt es auch noch die Seniorenklasse (für Hunde ab 6 Jahren), dort werden die Sprunghindernisse auf eine
niedrigere Höhe gestellt, die Soll-Zeit wird verlängert und es wird mit Rücksicht auf das alter der Hunde auf Slalom und Reifen verzichtet.
In der Beginnerklasse (A0) fehlen ebenfalls Reifen und Slalom und auch die Sprunghöhe ist niedriger. In allen Klassen muß der Hunde mindestens
18 Monaten alt sein, um startberechtigt zu sein.
Dank an Hermann u. Claudia Schmitt